Johann Andreas Habicht

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Das Leben des Johann Andreas Habicht

* 23.05.1816 in Schlitz
+ 17.04.1905 in Schlitz

 

07.02.1816 –
17.02.1816

Die Geschwister Johann Sebastian, Anna Barbara und Elisabetha wurden “in zehn schrecklichen Tagen vom 07. bis 17. Februar 1816 durch die Masern den elterlichen Armen entrissen”.

 

 

23.12.1816
 

Geburt von Johann Andreas Habicht
Sohn des Johann Heinrich Habicht und der Anna Elisabetha geb. Köhler

 

 

Herbst 1832


 

Im Herbst 1832 war ein Schwager von meinem Vater mit dem Fraurombacher Fuldmüller nach Haus gegangen, retour ins Wasser gekommen und ertrunken. Mein Vater hatte einige Tage an der Fulda suchen helfen und war furchtbar erfroren. Einige Wochen später bekam er einen sehr schlimmen Finger, wozu noch die Nervenkrankheit dazu kam”. (Anm.: gemeint ist der Typhus)

 

 

26.12.1832
9.00 Uhr

Tod des Vaters Johann Heinrich Habicht
 

 

 

1833/34
 

Erlernung des Drechslergeschäfts bei Wilhelm Habicht (Anm.: wahrscheinlich handelt es sich hierbei um den Hermann Wilhelm Habicht (Cousin zu Johann Andreas Habicht), Sohn des Wilhelm Habicht)

 

 

1833-1841


 

Fortführung des Drechslergeschäfts zusammen mit seiner Schwester Katharina (geb. 19.10.1819 in Schlitz). Während dieser Zeit wurde die Mutter gichtlahm. “Und da meine Schwester auch keine Lust mehr zeigte, bloß Schlitz und die Bleiche sondern auch die übrige Welt kennen zu lernen, so war ich genötigt, schon in meinem 25. Jahre zu heiraten”.

 

 

28.02.1841
 

Heirat mit “Katharina Allendorf, geb. am 04.03.1819, 3. Tochter des gestorbenen gräflichen Schafmeisters Georg Allendorf, die Mutter, eine geborene Sippel, auch gestorben”.

 

 

18.05.1841

Geburt des ersten Sohnes Adam Habicht

 

 

11.02.1843

Geburt des zweiten Sohnes Christian Habicht

 

 

01.01.1845

Geburt des dritten Sohnes Karl Habicht

 

 

09.09.1847

Geburt der ersten Tochter Maria Habicht

 

 

1847

Verlegung der Bleiche von der Weiherswiese auf die städtische Faselochsenwiese. Diese “wurde mir aber von dem damals mir ewig denkwürdigen Gemeinderath wieder streitig gemacht. Obgleich mich der damalige Kreisrat des Sieges versicherte, wollte ich keinen Prozeß haben und bezog wieder die Weiherswiesen, welche mir die Standesherrschaft bereitwillig zur Verfügung stellte”.

 

 

1849
 

Auswanderung nach Amerika von Leonhard Habicht (Anm.: Sohn des Johann Adam Habicht und Cousin des Johann Andreas Habicht)

 

 

09.03.1850

Geburt der zweiten Tochter Katharina Habicht

 

 

1850
 

Auswanderung von Heinrich Habicht (ein Vetter von Johann Andreas Habicht) mit seiner Frau und einzigen Tochter nach Amerika.

 

 

in den 1850ern

Johann Andreas Habicht wird als Gemeinderath gewählt.

 

 

13.05.1855

Geburt der dritten Tochter Henriette Friederike Habicht

 

 

07.08.1857

Geburt des vierten Sohnes Wilhelm Habicht

 

 

1859










 

Am Neujahrsmorgen ließ mir der Herr Graf durch P. Degenhardt sagen, daß ihm viel daran gelegen sei, die Bleichen von der Weiherswiese entfernt zu wissen. Er wolle meinen Schaden nicht haben. Kammerdirektor Eigenbrod solle mit mir abschließen. Nach einem judenmäßigen Handel bekam ich 250 Gulden, kaufte hierfür eine Wiese von Lehrer Klein und noch eine aus der Franz Simons Concursmasse dazu und erlangte durch schweren Kampf und Opfer eine Wiese vom Hospital, welche an Ph. Heil verpachtet war. Das Bleichhaus wurde jetzt größer und zugleich mit einem Holzschuppen gebaut, und betrieb hier das Geschäft größer und mit gutem Erfolg. Zu meiner Bleiche, den zwei eigenen Wiesen, der Hospital- und der städtischen Wiese mußte ich noch 600 Klafter von der Herrschaft nehmen. Und da auch das nicht schickte, pachtete ich die Schäfers, jetzt Langheinrichs Bleiche noch dazu, legte dies alles voll, mußte aber doch in späteren Jahren, wie 1868, noch eine Bütte voll 70 Schock, wechselweise auflegen, das heißt, wo man zum Laugen wegnimmt, wieder Gelaugtes auflegen. 1861 ließ ich mir eine Steinbütte anfertigen für 70 fl.”.

 

 

26.06.1861














 

Tod der Tochter Henriette Friederike. “Kinder hatte die Masern, und Jettchen bekam noch die Brustwassersucht (Brust- bzw. Rippenfellentzündung) dazu. Letzteres möchte ich einem Unfall zuschreiben, welcher ist: Es war im Frühjahr dieses Jahres. Als ich neben dem Burgscheidel Gras mähte, wurde ich durch Geschrei meines kleinen Buben Wilhelm erschreckt, welcher nach dem Wasser zeigte. In einigen Sprüngen war ich dort und sah in dem angeschwollenen Fluß ein Stückchen roten Unterröckchens schnell forttreiben und einige Meter davon ein kleines Händchen ausstrecken. Kurz entschlossen sprang ich fast bis in die Mitte des Flusses und zwar etwas unter das vorder schwimmende, erfaßte dieses glücklich. Kaum gefaßt, trieb das andere wider mich. Auch dies erfaßte ich glücklich und jedes auf einer Schulter. Da jedoch das Wasser nach dem Ufer zu so tief war, daß es mir bis an den Mund ging, mußte ich je eines auf einer Hand durchtragen. Es hatten sich nun Menschen am Ufer gesammelt, welche mir die Kinder abnahmen. Doch beide waren scheinbar tot. Auch erkannte ich erst jetzt, wen ich gerettet hatte. Es war mein eigenes Kind Henriette und meinem Gevatter F. Schwarz sein Töchterchen Elise. Es gelang uns durch Reiben die Kinder wieder ins Leben zu rufen und zur weiteren Verpflegung ins Bett gebracht. Doch die Elise Schwarz hat nie wieder eine frische Farb bekommen. Und unser Kind, glaub ich immer, hat auch etwas davon und dazugetragen, daß es der Krankheit unterlag”.

 

 

1863









 

Kauf des Häuschens von Michael Hedrich im Linsengäßchen. Dieses riß er ab und baute beide zu einem.

Notiz aus dem Rekrutierungsbuch von 1807:
Danach wohnte der Großvater des Johann Andreas Habicht, Johann Walter Habicht, genannt der Rothaarige, im Haus Nr. 293. Im Haus Nr. 294 wohnte Michael Hedrich. Im Haus Nr. 295 wohnte der älteste Sohn von Johann Walter Habicht, Johann Adam Habicht. Also ist das von Johann Andreas Habicht 1863 erwähnte Grundstück dasselbe, welches später (1912) Wilhelm Haak (dann Lerch, anschließend Zinn/Wagner) im Linsengäßchen erworben hat. Die Eingänge in die Häuser waren noch zu meiner Zeit vom Linsengäßchen her. Es ist heute noch zu sehen, daß Haak damals 1 ½ Haus gekauft hat. Wagner hat nun die noch fehlende Hälfte des zweiten Hauses hinzugekauft. Sie gehörte dem Schneider Sippel.

 

 

in den 1860ern

 

Die 1860er Jahre waren gute Geschäftsjahre und verstrichen unter gutem Erfolg, zwei unglückliche Prozesse abgerechnet, einer mit Fabrikant Hessdörfer und einer mit Manger Paul Habicht. Doch war ich in beiden Sieger”.

 

 

28.02.1866




 

Silberhochzeit von Johann Andreas Habicht und seiner Frau Katharina geb. Allendorf. “...wollten wir im engeren Kreise unsere Silberhochzeit geräuschlos feiern. Doch überraschten uns unsere Freunde mit Glückwünschen, Geschenken und Sträußen, so daß wir den ganzen Tag Tränen der Rührung und der Freude geweint haben. Auf den Abend ließen wir die Freunde zu uns bitten. [...] Nachdem wir den Abend bis spät in die Nacht sehr vergnügt verlebt hatten, schloss das Fest mit dem Choral ‚Nun danket alle Gott‘”.

 

 

1868
 

Heirat des Sohnes Christian Habicht mit Christina Zöll, älteste Tochter des verlebten Heinrich Zöll und dessen noch lebender Witwe Juliane geb. Sauer.

 

 

1871

Bau eines neuen Trockenhauses. Der älteste Sohn Adam soll einmal die Bleiche übernehmen.

 

 

1871

Johann Andreas Habicht erhält das Decret als Kirchenvorstand und Ortsgerichtsmann.

 

 

05.03.1872

Tod der Ehefrau Katharina, nachdem sie tags zuvor noch ihren 53. Geburtstag begannen hatte.

 

 

20.05.1902
 

Ehrenvolle Entlassung nach 32jähriger Dienstzeit als Ortsgerichtsmann. Sein Sohn Christian wurde sodann als Vorsteher und Standesamtsvorsteher gewählt und verpflichtet.

 

 

25.11.1902
 

Verleihung des Ehrenzeichens mit der Inschrift ‚Für langjährige treue Dienste‘ von Seiner Königlichen Hoheit, dem Großherzog von Hessen.

 

 

Quellen:

 

  • Chronik des Johann Andreas Habicht aus der Reihe “Schlitz - Im Spiegel der Geschichte” von Heinrich Sippel
  • eigene Forschungsergebnisse

 

 

   
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